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Perfektion trifft Emotion

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Audi RS3 gegen Mitsubishi Evo X und Subaru WRX STi im Vergleich

Audi baut seine Quattro-Offensive weiter aus und wildert mit dem RS 3 nun direkt im Jagdrevier von Evo und STi. Doch wer diese Rallye-Ikonen herausfordert, der sollte auch schotterfest sein.

 

Sie waren immer Rivalen – seit ihrem ersten Aufeinandertreffen im Jahre 1993. Sie fochten erbitterte Kämpfe, duellierten sich zwischen Felswand und Spitzkehre, jagten im Staub verlassener Hinterlandpfade den entscheidenden Zehnteln hinterher oder stürzten sich über blinde Kuppen in grausig enge Häuserschluchten. Ihre Showbühne war die WRC, ihr Glaubensbekenntnis die Gruppe A. Eine Philosophie mit 300 PS und Turbo, ein Duell im Zeichen des Allrads. Zwischen 1995 und 1999 führte quasi kein Weg an ihnen vorbei. Wer von Rallye sprach, der meinte Mitsubishi Lancer und Subaru Impreza. Heute sieht die Sache ganz anders aus. Beide Hersteller haben die WRC-Bühne längst verlassen, das ewige Duell in die Hände privater Teams übergeben.
Das Hauptaugenmerk gilt längst massenkompatibler Stangenware. Colt oder Trezia, das ist jetzt die Frage. WRX STi und Lancer Evo X kämpfen derweil ums Überleben. Sie sind die letzten ihrer Zunft, waschechte Rallye-Ableger von herrlich anachronistischer Machart. Ihre Stärken sind unbestritten, ihre Schwächen ebenso unbestreitbar: grenzwertige Optik, trostloses Mobiliar, massive Trunksucht. Chancen auf Genesung? Nahe null! Der Tag wird kommen, an dem sie von der Effizienzwelle überrollt werden. Doch kampflos ergeben werden sie sich deshalb noch lange nicht. Noch einmal bäumen sie sich auf, machen Front gegen einen, der nicht nur in ihrem ureigenen Revier herumtoben, sondern auch noch alles besser können will. Wobei weniger die strategische Ausrichtung des Audi RS 3 als vielmehr seine Erbanlagen provozieren.

Rein formal gehört er zum gehobenen Mittelstand. Braves Fünftürer-Layout, vornehmes Ambiente, maßgeschneidertes Spoilerwerk. Da kann er noch so grimmig mit seinen LED-Winkeln linsen, die Nummer mit dem Rallye-Erbe kauft man ihm nicht ab. Doch genau darum geht es; der RS 3 zitiert seine rallyegiösen Ahnen nicht einfach, er transformiert deren Erbe zu 100 Prozent in die Neuzeit. Trotz Turbo-Fünfzylinder und quattro ist er sich für ausgetretene Schotterpisten längst viel zu schade. Wobei er sich – quattro sei Dank – keineswegs vor niedrigen Reibwerten fürchten müsste. Seine Lamellenkupplung verteilt das Drehmoment nahezu stufenlos zwischen Vorder- und Hinterrädern, reagiert im Bedarfsfall nicht nur innerhalb von Sekundenbruchteilen, sondern agiert in bestimmten Situationen auch präventiv.

Fahrdynamik pur
Darüber hinaus bremst eine elektronische Differenzialsperre entlastete Räder gezielt ein. Beste Voraussetzungen also, um den sonoren Fünfender gekonnt in Szene zu setzen. 2,5 Liter Hubraum, 1,2 Bar Ladedruck und Drehzahlreserven bis über 7000 Touren. Kurzum: ein Paradebeispiel für gelungenes Downsizing. 450 Nm als Dauerhoch, 340 PS als Gipfelplateau. Die Fußspitze justiert den Ladedruck, die Finger flippern durchs DSG-Siebengangmenü. Per Launch-Control in 4,6 Sekunden auf 100, dank ABS in 36 Metern auf null. Leichter kann man Fahrdynamik kaum servieren. Auch der Mitsubishi unterstützt seinen Piloten mit einer Start-Funktion, wirkt im Vergleich zum Audi aber erschreckend handzahm.

Schläfrig auf Asphalt
Nicht dass er langsam wäre, nur merkt man der Antriebseinheit mittlerweile an, dass sie aus einem selbstsperrendes Torsen-, vorn über ein mechanisches Helical-System nach. Der Clou dabei: Die Sperrwirkung an der Hinterachse ist deutlich größer, was besonders auf losem Untergrund ein hecklastiges Giermoment bewirkt. Auf Asphalt kann der Japaner davon allerdings kaum profitieren. Überhaupt wird der STi auf Asphalt zum Opfer seiner schotterfesten Gesamtauslegung. Alles an ihm wirkt eher massig als filigran. Sein Motor dreht bullig hoch, spricht bis 3000 Touren aber schläfrig an. Die manuelle Sechsgangbox will mit Nachdruck in die Gassen gezwungen werden, die Lenkung teilt in engen Kehren teils üble Schläge aus.

Die Vorstellung am Sachsenring meistert er dennoch mit Anstand. Wer sauber einlenkt und gefühlvoll angast, surft weitestgehend neutral über die Ideallinie. In schnellen Ecken dreht sich das Heck sanft ein, in langsamen schiebt der Vorbau leicht zum Außenrand. Flott und unspektakulär spult der STi seine Runden ab. Einziges Manko bleiben seine unterdimensionierten Bremsen, die bereits nach drei Runden spürbar abbauen. Auch beim Mitsubishi lassen die Stopper mit steigender Rundenzahl deutlich nach.

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