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Neues Punkte-System für Verkehrssünder

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Viel weniger Wirrwarr, aber viel höhere Geldstrafen: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will bis 2013 das Flensburger Punkte-System komplett umkrempeln.

Bernhard Witthaut, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, bemängelt: Das bestehende System funktioniere und sei bei den Autofahrern anerkannt. Nun werde es auf den Kopf gestellt.

Mehr Sicherheit bekomme man vor allem durch konsequente Überwachung der Regeln. Witthaut: „Das kann nur die Polizei, aber davon ist zu wenig da.” Grundsätzlich begrüßt Witthaut die Reform. Dennoch: „Schnellschüsse treffen das Ziel zumeist nicht in der Mitte.”

Und der Verkehrsklub ACE befürchtet, dass die Reform nicht mehr Übersichtlichkeit schaffen wird.

Die Autofahrer halten sich weniger zurück: „Abzocke!“, „Schwachsinn!“

„Kitu Minayashi“ kommentiert auf BILD.de: „Schwachsinnige Reform. Autofahrer sind doch eh die Melkkühe der Nation.“ „Zodiac Power“ schreibt: „Es geht schon lange nicht mehr primär um Sicherheit, sondern eher darum, wie der Staat am schnellsten Kasse machen kann.“

Andere Leser wie „L True“ äußern sich moderater: „Die Änderungen sind definitiv sinnvoll, allerdings kann ich einfach nicht verstehen, warum schon wieder noch mehr Geld abgezockt werden soll. Das hat mit Sicherheit nichts zu tun. Allgemein sollten Verkehrsstrafen lieber in Tagessätzen bezahlt werden, da reiche Leute die Strafen überhaupt gar nicht interessieren, während Menschen, die nicht so viel Geld haben, so was kaum zahlen können.“

Er spielt auf Länder wie die Schweiz an, in denen die Strafen seit Jahren am Einkommen des Sünders bemessen werden. In Ramsauers Reform ist dies nicht vorgesehen.

Das Verkehrszentralregister (VZR) in Flensburg sammelt seit 1958 unsere Punkte. Etwa neun Millionen Verkehrssünder sind dort erfasst – knapp ein Fünftel aller Führerscheininhaber.

Am häufigsten kommen Raser zur Datei hinzu (mehr als 50 Prozent aller Neuerfassungen), danach folgen Vorfahrtverstöße (10 Prozent) und Alkohol-/Drogenverstöße (5 Prozent).

78 Prozent der registrierten Sünder sind männlich, nur jeder fünfte weiblich. Fahrerinnen verletzen häufiger die Vorfahrtsregeln als Männer, die häufiger mit Trunkenheit am Steuer auffallen. Die unauffälligsten Fahrer sind zwischen 45 und 64 Jahren alt. Statistisches Vorbild ist die 45-jährige Autofahrerin. Am auffälligsten sind demnach männliche junge Fahranfänger.

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